2 weitere Heimbesichtigungen und (m)eine Entscheidung

Heute habe ich zwei weitere Besichtigungstermine.

Obwohl ich ja wirklich frühzeitig angefangen habe, mir Heime anzusschauen, habe ich jetzt das Gefühl, dass mir die Zeit davonläuft.

Gleich um 8 Uhr morgens habe ich den ersten Termin in einer Einrichtung in München.
Von einer Bekannten hab ich gehört, dass die Mutter eines Bekannten ihrer Freundin dort untergebracht war, und dass sie sehr zufrieden war.
Die Dame, die mir alles zeigt, ist sehr nett und es stellt sich heraus, dass ich sofort einen Vertrag fix machen könnte.

Es stellte sich allerdings heraus, dass es in diesem Haus fast nur 2-Bett-Zimmer gibt, und das wäre halt so gar nicht in Muttis Sinn.
Von außen schaut das Ganze zwar recht schön aus, die Zimmer haben einen kleinen Balkon, sind aber leider so klein, dass ein Bett direkt vor der Balkontüre steht – also ist der Zugang zum Balkon eigentlich nicht ohne Umstellen des Bettes möglich.

Und dann ist gegenüber dem Fußende von jedem Bett Platz für ein kleines Schränkchen, und das war’s dann mit den privaten Habseligkeiten.

Ich kann Muttis 3-Zimmer-Haushalt
mit den vielen liebgewonnenen Dingen
doch nicht auf ein kleines Schränkchen runterreduzieren…

Also bedanke ich mich ganz herzlich für die Führung durchs Haus, nehme die mir überreichten Unterlagen mit und starte durch zu meinem nächsten Besichtigungstermin.

Das Haus liegt ein bisschen außerhalb von München und ich bin schon ganz gespannt, was mich da wohl wieder erwartet.

Das Heim ist schön hell und gleich beim ersten Eindruck fühle ich mich wohl – soweit man halt in dieser Situation von Wohlfühlen sprechen kann.

Ein junger Mann erklärt mir alles und führt mich herum. Es ist alles viel kleiner als in dem Heim, in dem Mutti momentan zur Kurzzeitpflege ist, der Speisesaal ist eher ein großes Esszimmer wo die Leute immer zu viert – wie in einer Familie – zusammensitzen, und alles ist schön überschaubar.

Dann sagt er, er kann mir auch ein freies Zimmer zeigen. Er öffnet die Tür und durch ein großes Fenster strahlt die Sonne ins Zimmer – mir geht das Herz auf.
Das Zimmer ist schön groß und ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir es für Mutti gemütlich einrichten können.
Die Möbel, außer Bett und Nachtkästchen, kann man selber mitbringen und das ist auch ausdrücklich gewünscht. So kann der Bewohner sich am ehesten zuhause fühlen und am leichtesten eingewöhnen.
Auch das Bad ist nicht wie in einer Klinik, sondern eher persönlich und wirkt sogar sonnig.

Ich bin ganz begeistert.
Das fühlt sich jetzt endlich mal gut an.

Als ich dann auch noch höre, dass es die Möglichkeit gibt, die Kurzzeitpflege zu unterbrechen und hier fortzusetzen, muss ich nicht mehr sehr lange überlegen. Ich bespreche meine Eindrücke mit meinem Mann, und wir kommen zu dem Schluss, dass es wohl das beste ist, Mutti so schnell wie möglich hierhin zu verlegen.

5 Tage später holen wir Mutti ab und bringen sie in ihr neues Zuhause.

Einen kleinen Wermutstropfen gabs für mich noch am Abend vor unserem Umzug.
In der Angehörigengruppe erzählte eine Dame, dass vor ein paar Jahren ihr Bruder in diesem Heim war, und dass das alles ganz schrecklich war. Er wurde dort nicht gut behandelt und sie schildert ihre schrecklichen Erlebnisse in den buntesten Farben.
Ich fühle mich wie eine werdende Mutter, die kurz vor ihrer ersten Entbindung die furchtbarsten Entbindungs-Horrorgeschichten von anderen Müttern erzählt bekommt.

Dieser Beitrag wurde unter Altenheim, Bedrückendes, Persönliches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*