Aufnahme in die Memory-Klinik

So! Heute ist Freitag der 27. April 2012 und wir starten also in das
„Abenteuer Memory-Klinik“.

Ich weiß ja nicht, wer mehr aufgeregt ist: Mutti oder ich

Um 9:00 Uhr sollen wir dort sein, und mir graut so richtig bei der Vorstellung, dass wir uns um diese Uhrzeit durch den Münchner Berufsverkehr einmal quer durch die ganze Stadt quälen müssen.
Aber hilft ja nichts, da müssen wir jetzt durch – im wahrsten Sinne des Wortes Wink

Ich bin sehr früh bei Mutti, dass wir ja nicht in Zeitdruck geraten und ich ihr – falls nötig – auch noch beim Anziehen helfen kann. Morgens hab ich sie angerufen, dass sie nicht verschläft, und soweit hat auch alles ganz gut geklappt.
Sogar der Stau hält sich in Grenzen und ich bin froh, dass wir pünktlich sind.

Die Schwester nimmt uns sehr freundlich in Empfang, und so ist die erste Hürde auch schon genommen.
Wir halten uns bis zum frühen Nachmittag dort auf, und Mutti durchläuft allerlei Untersuchungen. Wir sprechen mit Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialpädagogen – das volle Programm.
Bei den Tests, die die Psychologin durchführt, wird mir beängstigend klar, wie groß Muttis Defizite sind.

Das Abschlussgespräch haben wir sogar mit Dr. Fuchs, und der meint, es wäre gut, wenn meine Mutter an dem 3-wöchigen Programm teilnehmen würde.
Ich zeige mich Mutti gegenüber wieder sehr froh.
„Die nehmen nämlich nicht jeden bei dieser Kur. Und wir haben das Glück, dass Dir die Kasse die Kur genehmigt. Ich hätte auch so gern mal eine Kur, aber die Kassen sind da ganz schön knausrig geworden, die genehmigen nicht mehr so leicht was.“
Mutti fühlt sich geschmeichelt, dass gerade SIE von der Kasse eine Kur genehmigt bekommt; gleichzeitig blickt sie dem, was da auf sie zukommt, auch ein bisschen unsicher entgegen.

Als ich dann höre, dass es schon am kommenden Mittwoch losgehen soll, geht es mir sogar fast ein bisschen zu schnell.
Für Mitte Mai habe ich mit Mutti nochmal einen Mutter-Tochter-Urlaub gebucht, und den möchte ich ungern stornieren.
Doch das lässt sich in der Klinik einrichten; Mutti fehlt dann nur einen Tag, und so bekommen wir grünes Licht für unsere geplante Reise in den Bayrischen Wald.

Ich werde Mutti jeden Morgen selbst nach Neuperlach fahren, dass sie nicht ganz so früh aufstehen muss, und am Nachmittag wird sie mit einem Kleinbus wieder nach Hause gebracht.

Also starten wir in das 3-Wochen-Programm.

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