Gut geplant ist halb gewonnen!

Auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen hab ich mich zwar bestmöglich vorbereitet, aber trotzdem spüre ich eine sehr große Unsicherheit und Angst, als ich pünktlich zu dem Termin, der mir durch den MDK vorgegeben wurde, bei Mutti erscheine.

Ich habe zwar meine Tagebucheinträge dabei und Mutti habe ich erklärt, dass es wichtig ist, sich nicht mit Gewalt zu verstellen, aber wer weiß schon, mit welchen Tricks der Gutachter versucht, sie unbemerkt zu Höchstleistungen zu bringen.

Ich habe mit Mutti darüber gesprochen, wie froh sie vor Jahren war, dass mein Vati bei seiner Begutachtung wirklich den Zustand wiedergegeben hat, der den Alltag der beiden damals prägte.
Ich erkläre ihr, dass wir von der Kasse ein bisschen Geld bekommen können, dass sie da ja ein Leben lang eingezahlt hat, und dass wir von dem Geld dann z.B. die „Gesellschafterin“ von den Johannitern bezahlen können. Und da wären wir ja dumm, wenn wir dieses Geld auslassen würden.
Aber man weiß ja nie: klug gefragt, ein bisschen manipuliert, und schon schildert so ein alter Mensch seine noch vorhandenen Fähigkeiten in den buntesten Farben.

Als die Dame vom MDK vor unserer Tür steht,
macht sie einen sympathischen Eindruck auf mich.

Aber kann ich mich darauf verlassen? Meine Unsicherheit mahnt mich zur Vorsicht!

Die Fragen nach dem Wochentag oder nach ihrem Alter kann Mutti nicht ohne hilfesuchendem Blick zu mir beantworten. Ich mische mich nicht zu sehr ein, versuche aber, meiner Mutti wenigstens ein Gefühl zu vermitteln von:

„Du bist nicht allein – ich bin bei Dir“

Unangenehme Vorfälle erzähle ich der Frau vom MDK, nachdem ich zu Mutti sage, dass das wichtig ist, dass wir die Dinge ehrlich beim Namen nennen.

Sie trägt alles in ihren Laptop ein, hat ein paar Fragen zu den alltäglichen Abläufen und fragt mich, wie viele Stunden pro Woche ich für die Unterstützung meiner Mutti aufwende.
Zur Verdeutlichung, was ich so alles für Mutti erledige, gebe ich ihr meine ausgedruckten Tagebuchaufzeichnungen mit und sie sagt, dass wir in absehbarer Zeit Bescheid bekommen.

Tja! ‚Eigentlich ganz gut gelaufen‘ denk ich mir.

Aber welche Werte wird ihr Laptop ausspucken? Werden wir die „Pflegestufe 0“ bekommen?

Und?  Was soll ich sagen?

Eine gute Woche später kommt ein Schreiben, dass die Pflegestufe 0 genehmigt wird.

Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen! Da hat sich die ganze Vorbereitung ja doch tatsächlich gelohnt!

Und heute, wenn ich so zurückschaue, wundere ich mich direkt ein bisschen, dass mir diese Sache damals sooo wichtig war.
Ja gut, die paar Euro im Monat waren schon gut, aber wenn ich bedenke, was danach noch alles auf uns zukommen sollte, war das damals direkt ein Klacks.

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