Ich organisiere eine Demenzbegleiterin für Mutti

So!
Meine Energiespeicher sind aufgefüllt, und so kann es auch unmittelbar nach dem Urlaub losgehen mit dem nächsten Projekt:

Organisiere eine Demenzbegleiterin für Mutti!

Es ist jetzt Juli 2012 und ich habe einen Termin mit einer Dame von den Johannitern, um zu besprechen, wie wir das Projekt „Demenzbegleitung für Mutti “ realisieren können.

Die Johanniter habe ich gewählt, weil meine Eltern dort schon seit ewiger Zeit Mitglieder sind und Mutti auch den Hausnotruf von ihnen hat.
So ist alles aus einer Hand, ich muss nicht noch einen neuen Kontakt herstellen, und für Mutti bedeutet es eine gewisse Vertrautheit wenn ich sagen kann: „Die Frau ‚xyz‘ kommt von den Johannitern.“

Ich bekomme weitere Tipps, wie ich mich auf die Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) für die Pflegestufe 0 vorbereiten kann – dazu später mehr – und erfahre, dass wir die Leistungen aus dieser Pflegestufe (100€ pro Monat) für eine Demenzbegleitung verwenden könnten.
Auch einen Aufenthalt in einer Tagespflege oder die Teilnahme an einer Herbstwindgruppe könnten wir mit diesem Geld unterstützen.

Ich bekomme einen sogenannten Biografiebogen zum Ausfüllen.

Hier muss ich wichtige Daten und Erlebnisse aus Muttis Leben auflisten. Auch Muttis Vorlieben und Abneigungen werden notiert.
Das hilft der Begleiterin, die bei uns zum Einsatz kommt, Anknüpfungspunkte für Gespräche mit meiner Mutti zu finden. So wird das Ganze nicht ein schwieriges Blabla mit Fragen die nicht zu beantworten sind, sondern die Erinnerung an alte Zeiten kann gezielt für eine Unterhaltung genutzt werden. Auch können alte Vorlieben für Spiele genutzt werden, Spaziergänge sind möglich – eigentlich alles, was dem Demenzkranken Freude macht.

Das klingt alles schon mal recht gut und kommt auch dem Vorschlag aus der Memory-Klinik nahe, dass Mutti mehr Struktur im Alltag benötigt.

Ich „verkaufe“ ihr die Dame, die dann einmal pro Woche kommen soll, als „Gesellschafterin“, aber Mutti ist wenig begeistert.
Sie ist zu diesem Zeitpunkt oft sehr müde, sitzt am liebsten auf ihrem Balkon und schläft auch viel. Das alles trägt allerdings nicht gerade zu einem gesteigerten Wohlbefinden ihrerseits bei und so denke ich, dass ihr ein Besuch und ein bisschen Unterhaltung sicher guttun würde.
Da meint das Ei wiedermal, dass es gescheiter ist als die Henne, aber Mutti fügt sich (nicht sehr glücklich) und sagt: „Ja wennst meinst, dann mach‘ ma des halt!“

Tue ich das Richtige?

Ich weiß es nicht!
Aber ich denke, einen Versuch ist es wert!

 

 

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