Mutter-Kind-Urlaub in Bad Wörishofen

Seit ihrem Sturz im Hotel vor ca. einem Jahr ist Mutti nicht mehr sehr mutig. Das Erlebte hat ihr zu sehr zugesetzt. Doch ihr alljährlicher Urlaub geht ihr schon sehr ab.

Also überlege ich mir, wo ich mit ihr hinfahren könnte – nur ein paar Tage.

Nach Niederbayern wollte ich diesmal nicht, um nicht ihre schlimmen Erinnerungen wieder wachzukitzeln.

Bad Wörishofen wäre bestimmt was. Da war Vati schon mal zur Reha und ich hatte den Ort von damals in guter Erinnerung; nicht zu groß, recht beschaulich, nicht weit zu fahren, also gerade recht für uns beide.
Ein Hotel war schnell gefunden, es hat schon seit längerem in meinen Favoriten vor sich hingeschlummert. Ein kleines Haus mit Pool, kein Schicki-Micki-Tempel und in Familienbesitz.
Ich buchte 2 Einzelzimmer nebeneinander. Man will ja in Ruhe schlafen können, aber wenn doch was sein sollte, bekomme ich das dann sicher mit; Hotelwände haben ja bekanntlich Ohren Wink

Es war alles prima, die Zimmer einfach aber recht nett. Mutti hatte das Größere, sogar mit Sofa; aber das war für sie ein bisschen niedrig und da konnte sie leider alleine nicht aufstehen. Zum Glück haben wir das bemerkt, als ich gerade bei ihr war, sonst hätten sich die Ereignisse wiederholt.

Mit Erschrecken musste ich da allerdings feststellen, dass sie keine Ahnung mehr hat, welche Tablette wofür ist. Gott sei Dank war ich noch vor Kurzem bei ihrem Hausarzt und habe mir vorsichtshalber einen Mediplan von ihm geben lassen. Seit der Zeit habe ich ihr die Medikamente immer für eine Woche vorbereitet.
Allerdings musste ich im Hotel kurz das Internet bemühen, welche Tablette nun das Wasser treibt, und welche die Blase stärkt. Sonst hätten wir wohl das Haus nicht verlassen können…

Aber so ging’s ganz gut. Wir konnten ein bisschen durch die Gegend gondeln, haben ein paar mal Rommee gespielt, gut gegessen und das Wichtigste:

Sie hat sich sooo gefreut, dass ich mit ihr in Urlaub fahre.

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