Muttis Ankunft im neuen Daheim

Der Weg ins neue „Daheim“ gestaltet sich schwierig.
Mutti ist sehr schwach, und wir haben alle Hände voll zu tun, sie ins Auto zu packen.

Da macht sich wieder einmal meine selbstgebastelte Einstiegshilfe bezahlt. Ich habe nämlich schon vor längerem aus zwei alten Telefonbüchern mit breitem Klebeband ein stabiles Päckchen gebaut. Das ist inzwischen ein treuer Begleiter in unserem Kofferraum.

Und wenn’s mal wieder schwierig ist mit dem Einsteigen:
Schwupps unsere Telefonbuch-Einstiegshilfe hervorgeholt, und Mutti kann durch diese „Stufe“ ihr Bein viel leichter ins Wageninnere schwingen.
Begleitet von einem fröhlichen „Hoch das Bein! Die Liebe winkt!“, geht das Einsteigen dann (fast) wie von selbst.

Wir fahren gerade mal ein kurzes Stück auf der Autobahn, da braucht Mutti eine Toilette. Und wenn ich eins gelernt habe in der letzten Zeit, dann das:
Wenn Mutti sagt, dass sie zur Toilette muss, dann ist es höchste Eisenbahn!

Zum Glück kommt bald eine Raststätte. Wir parken direkt vor der Türe und ich helfe Mutti aus dem Auto. Im Reingehen rufe ich laut:

„Wir brauchen bitte sofort eine Toilette!
Und zwar ebenerdig!
Es pressiert!

Eine Mitarbeiterin der Raststätte erkennt die Brisanz der Lage, ruft mir zu, wo die Behindertentoilette ist, und dass sie uns sofort aufschließt.

Puh! Gerade nochmal gutgegangen!

Meine Nerven sind zum Zerreißen angespannt, aber für Mutti gebe ich die Ruhige, rede ihr gut zu und hoffe, dass sie das alles gut verkraftet.

Endlich im Heim angekommen nimmt uns ein sehr netter, herzlicher Pfleger in Empfang. Er sagt, er weiß auch schon, an welchen Tisch er Mutti setzen will; er meint, dass sie zu den anderen drei Damen gut dazupasst.

Das Zimmer gefällt Mutti gut. Obwohl ich schon glaube, dass sie sich jetzt erst mal ziemlich verloren vorkommen wird.


Im Moment ist noch alles sehr leer und kahl.
Doch sobald klar ist, dass Mutti bleiben wird, ziehen wir ihre Möbel um, und dann zieht bestimmt auch Muttis geliebte Gemütlichkeit schnell wieder bei ihr ein.

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