2 weitere Heimbesichtigungen und (m)eine Entscheidung

Heute habe ich zwei weitere Besichtigungstermine.

Obwohl ich ja wirklich frühzeitig angefangen habe, mir Heime anzusschauen, habe ich jetzt das Gefühl, dass mir die Zeit davonläuft.

Gleich um 8 Uhr morgens habe ich den ersten Termin in einer Einrichtung in München.
Von einer Bekannten hab ich gehört, dass die Mutter eines Bekannten ihrer Freundin dort untergebracht war, und dass sie sehr zufrieden war.
Die Dame, die mir alles zeigt, ist sehr nett und es stellt sich heraus, dass ich sofort einen Vertrag fix machen könnte.

Es stellte sich allerdings heraus, dass es in diesem Haus fast nur 2-Bett-Zimmer gibt, und das wäre halt so gar nicht in Muttis Sinn. Weiterlesen

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Die Kurzzeitpflege! Und so soll Muttis Zukunft aussehen?

Mittlerweile ist es Anfang September 2012 und Mutti wurde direkt von der Klinik in die Kurzzeitpflege verlegt.

Sie liegt in einem 2-Bett-Zimmer und die ganze Atmosphäre erinnert mich sehr an ein Krankenhaus. Auf die kleine Kommode, die ihr zusteht, stelle ich 2 Fotos und noch ein paar persönliche Kleinigkeiten; ich will ihr wenigstens ein bisschen was Vertrautes mitgeben.
Endlos lange Gänge, im riesigen Speisesaal starren in sich zusammengesackte alte Menschen vor sich hin, nichts persönliches im Zimmer und Schwestern, bei denen sogar ich mich schwertue, sie zu verstehen.

Mutti ist ein Häuflein Elend, wird von der Ärztin erst mal von ihrem Katheder befreit und ich frage mich, wie sie alleine den Gang zur Toilette schaffen soll.

Eine wahre Welle der Bürokratie überrollt mich; ich muss unter Anderem auch entscheiden, in welchem Fall ich angerufen werden soll – wenn Mutti stürzt, wenn Mutti dies, wenn Mutti das…
Ich unterschreibe Einzugsermächtigungen für Zuzahlungen, für Apothekenrechnungen und wer weiß wofür sonst noch alles. Weiterlesen

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Eine Entscheidung bahnt sich an

Muttis Krankenhausaufenthalt dauert fast zwei Wochen und ich besuche sie – meinem Schichtdienst sei Dank – täglich zu unterschiedlichen Zeiten.

Die erste Nacht musste sie auf der Wachstation verbringen.
Diagnose: Vorhofflimmern!

Das klingt für mich ganz schrecklich und ich habe große Angst, dass ich Mutti verliere.

Wieder einmal bestätigt sich, dass eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung so ziemlich die wichtigsten Dokumente sind, die man sich nur vorstellen kann; abgesehen natürlich von der Krankenkassenkarte! Ohne die wird  – so glaube ich –  wohl gar niemand mehr von einem Mediziner angeschaut.

Am vierten Tag stelle ich fest, dass Mutti bisher noch nicht ein einziges Mal ihre dringend benötigten Inhalations-Medikamente bekommen hat (trotz beigelegtem Mediplan).
Diverse Aufklärungsbögen über angedachte Untersuchungen und deren mögliche Folgen unterschreibe ich im Namen meiner Mutti, denn sie wäre dazu gar nicht in der Lage. Zumal die flotten Erklärungen von so manchem ungeduldigen Arzt sogar meine Auffassungsgabe überfordern (und ich bin gute 30 Jahre jünger als meine Mutti und nicht dement   😉 )

Geplant ist eine Elektroschock-Behandlung, die das Herz wieder in den richtigen Tritt bringen soll. Allerdings stellt sich bei einer vorgeschalteten Ultraschall-Untersuchung heraus, dass Mutti so etwas ähnliches wie Grieß-Ablagerungen hat, die bei der ursprünglich geplanten Behandlung zu einem Schlaganfall führen könnten.
Also entschließen sich die Ärzte, nichts zu tun und Mutti medikamentös einzustellen. Weiterlesen

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Ein Anruf meiner demenzkranken Mutter verändert alles

Nun ist es Mitte August 2012 und ganz früh am Morgen klingelt das Telefon.
Eine ungewöhnliche Zeit und ich habe schlagartig ein komisches Gefühl. Mutti ist dran, klingt ängstlich und klagt, dass es ihr gar nicht gut geht, und dass sie überhaupt nicht weiß, was mit ihr los ist.
Ich versuche, sie zu beruhigen und erkläre ihr, dass ich mich nur noch schnell fertig machen muss und dann sofort zu ihr fahre.

In dieser Zeit arbeite ich mittwochs immer erst ab mittags und dafür bis in den späten Abend hinein – was für ein Glück, wenn man in so einer Situation den Vormittag frei hat.

Total angespannt und voller Angst vor dem was mich wohl erwartet, fahre ich – viel zu schnell – zu Mutti. Erinnerungen werden wach an damals, als mich Mutti angerufen hat, dass Vati in der Küche liegt. Das war ganz schrecklich für mich und ich habe nur gehofft, dass ich nicht von der Polizei angehalten werde. Und genau dasselbe Gefühl habe ich jetzt nach mehr als 10 Jahren wieder. Weiterlesen

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Ein Text über Demenz berührt mich sehr

Auf meiner hilflosen Suche durchs Internet nach Erfahrungen von anderen Betroffenen bin ich auf einen sehr ergreifenden Text von Christa Astl gestoßen. Die Nähe zu meiner eigenen Situation hat mich schier sprachlos gemacht…

Da schreibt doch tatsächlich jemand meine Gedanken auf!
Wie kann das sein?

Ich sehe die Situation, von der Frau Astl da schreibt, förmlich auf mich zurasen.
Wie soll das nur werden, wenn Mutti mal ins Heim muss? Wie lange kann ich sie noch alleine daheim lassen? Wie wird sie einen Umzug verkraften?

Oh je! Mir wird Angst und Bang!

Mit ausdrücklicher Erlaubnis von Frau Astl – dafür bedanke ich mich nochmal ganz herzlich bei ihr – darf ich ihren Text hier auf meinen Blog einstellen.
Übrigens ist es der Anfang ihres inzwischen im Eigenverlag herausgebrachten Buches „Heimgeschichten“, welches ausschließlich über die Autorin selbst zu beziehen ist.

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Der Alltag zuhause wird für Mutti immer schwieriger

Mutti geht’s nicht sehr gut und wir kämpfen uns so durch – mehr schlecht als recht.

Die Demenzbegleiterin kommt jetzt einmal die Woche, die Beiden ratschen zusammen, Mutti schickt sie zum Einkaufen (in dem festen Glauben, dass sie noch nichts gegessen hat und auch nichts daheim hat). Naja…
Aber sie ist Mutti sehr zugewandt und hält auch den Kontakt zu mir, was ich sehr gut finde. So bekomme ich wenigstens einen kleinen Einblick wie es um meine Mutti bestellt ist, wenn ich nicht da bin.

Es gibt so Tage, da komme ich mit Lebensmitteln bewaffnet, um mit Mutti zu kochen. Aber ich finde eine aufgetaute Gemüse-Lasagne, die ich für sie vorgekocht habe, in der Mikrowelle; gleichzeitig hat sie einen Kohlrabi zum Kochen vorbereitet, obwohl sie wusste, dass ich mit Essen komme; einen verdorbenen Rest von einem Fertiggericht und eine total zermatschte Gurke darf ich zum Glück entsorgen.

Ein einziger Jammer! Wie soll das nur weitergehen?

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