…und wieder eine Heimbesichtigung

Kaum sind wir von unserem kleinen Urlaub wieder daheim, wartet auch schon ein neuer Besichtigungs-Termin im nächsten Altenheim auf mich.

Bei strahlendem Sonnenschein komme ich dort an, und der erste Eindruck gefällt mir recht gut. Die Zimmer haben Balkone und das könnte ich mir für meine Mutti sehr gut vorstellen. Auch zuhause sitzt sie sehr gerne auf ihrem Balkon, liest bei einer Tasse Kaffee ihre Zeitung oder schaut dem Treiben auf der Straße zu.

Ein bisschen aufgeregt suche mir das Büro. Es dauert eine Weile bis der Mitarbeiter, der mir alles zeigen soll, Zeit für mich hat, und so warte ich in einem kleinen Aufenthaltsbereich.
Es ist komisch, mir meine Mutter hier drinnen vorzustellen, aber das ist glaube ich ganz normal.

Eine ferne Männerstimme ruft ununterbrochen „Mama! Mama! Mama!“, und das Sofa im Wartebereich erscheint mir nicht so einladend, dass ich mich hinsetzten möchte.
Also bleibe ich stehen, versuche die Stimmung auf mich wirken zu lassen und warte.

Bald kommt Herr K. flotten Schrittes an und er wirkt auf mich wie ein Wirbelwind. Er zeigt mir ein Zimmer und erklärt, dass es diese entweder mit Dusche oder mit Einbauschrank gibt. Das heißt für mich, Mutti müsste sich entweder mit einer Gemeinschaftsdusche abfinden oder wir müssten im Zimmer einen Kleiderschrank unterbringen. Und mit so einem Schrank mitten im „Wohn“zimmer bleibt für ein wenig Gemütlichkeit dann nicht mehr viel Platz. Schon wirkt die ganze Sache nicht mehr so überzeugend auf mich.

Der Balkon allerdings wäre prima.

Und auch hier bekomme ich wieder wertvolle Anregungen für meinen weiteren Weg.
Herr K. rät mir, ich soll mir genau aufschreiben, was meine Mutter nicht mehr alleine kann, wo ich ihre Defizite sehe, wobei und wie lange ich ihr helfe, und das Ganze am Besten anhand von konkreten Begebenheiten dokumentieren. Das wäre nämlich wichtig, wenn ich mal eine Pflegestufe für Mutti beantragen will.

Mit einem weiteren Prospekt unterm Arm und dem Kopf voller Gedanken fahre ich nach Hause.

Was soll ich nur tun?

 

Dieser Beitrag wurde unter Altenheim, Hilfreiches, Persönliches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*